Landshuter Stadtmodell nach Jakob Sandtner

im LANDSHUTmuseum

 

Teil der "Hidden Landshut"-App

Landshut im Jahr 1571: eine spätmittelalterliche Stadt. Lassen Sie Ihren Blick einmal nach rechts, hinauf auf den Hofberg zur Burg Trausnitz schweifen. Von hier oben blickten die „Reichen Herzöge“ – Heinrich, Ludwig und Georg – stolz auf ihre an der Isar gelegene Stadt, die sie im 15. Jahrhundert zu ihrer repräsentativen Residenz ausbauten. Von einem schützenden Mauerring mit Wehrtürmen und Stadttoren umgeben, tragen zahlreiche Häuser noch die typisch gotischen Treppengiebel. Etwas rechts von der Mitte erkennen Sie die Martinskirche an ihrem alles überragenden Turm. Vor ihr verläuft „die lengiste, groste vnd schonste gasse, die ich je gesehin habe“ wie ein Reisender 1474 staunend berichtet. Zwei Brunnen weiter links ist das dreigiebelige Rathaus mit seinem schmucken Erker zu finden und ihm gegenüber der einzige Bau, der bereits in die Zukunft weist. Zwischen 1536 und 43 ließ Herzog Ludwig der Zehnte diese imposante Stadtresidenz im Stil der Renaissance errichten, zu der ihn auch eine Italienreise inspirierte. Hier sehen Sie zum Rathaus hin noch die Originalfassade mit dem Giebel oben, hinter dem sich eine Kapelle befand. Vor gut 200 Jahren entfernte man ihn und gab der Fassade ihr heutiges schlicht-klassizistisches Gesicht.  

Solche spannenden Einblicke in die Landshuter Stadtgeschichte verdanken wir Herzog Albrecht dem Fünften, der Holzmodelle von den fünf wichtigsten Städten des Landes beim Straubinger Drechslermeister Jakob Sandtner bestellte. Weil die Originale heute dem Bayerischen Nationalmuseum München gehören, haben zwei Landshuter in den 1930er Jahren weit über 2000 Arbeitsstunden in diesen Nachbau gesteckt. Es hat sich gelohnt, finden Sie nicht? 

Das Stadtmodell im LANDSHUTmuseum ist nun Teil der "Hidden Landshut"-App, die einen virtuellen Rundgang durch die Stadt im Jahr der Hochzeit von 1475 bietet. Konzipiert wurde die App vom Staatsarchiv Landshut. Nutzerinnen und Nutzer erleben einen Tag im Leben der jungen Magd Anna, die während der Hochzeitswoche in der Stadt ankommt. Anna erzählt an realen Schauplätzen Landshuts von der Vermählung Herzog Georgs des Reichen mit Hedwig von Polen und den Feierlichkeiten in der Stadt. Die sieben Stationen in der Landshuter Innenstadt können im Rahmen einer historischen Schnitzeljagd entdeckt werden. Eingebaut in den Rundgang sind zahlreiche historische Dokumente aus den Staatlichen Archiven Bayerns.

Umgesetzt wurde die App im Projekt „Innenansichten“, gefördert im Programm kultur.digital.vermittlung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, mit dem die Staatlichen Archive Bayerns ihre digitalen Angebote für die breite Öffentlichkeit weiter ausbauen. Der reiche Fundus an originalem Kulturgut soll einem breiten Publikum sichtbar und erlebbar vermittelt werden. Ein Blick hinter bzw. durch die Magazinmauern hilft, Schwellen abzubauen und Neugier zu wecken, die App „HiddenLandshut“ und der virtuelle Rundgang durch das Staatsarchiv Landshut spielen hier eine wichtige Rolle.

„Hidden Landshut“ ist Teil des europäischen Projekts „Hidden Cities“. Die Reihe ist Resultat des europäischen Forschungsvorhabens „Public Renaissance: Urban Cultures of Public Space between Early Modern Europe and the Present“. Es hat sich zum Ziel gesetzt, das Alltagsleben in europäischen Städten zwischen 1450 und 1700 zu untersuchen. Fünf europäische Städte wurden bereits bei @hiddencitiesapps exemplarisch einbezogen, darunter als bisher einzige deutsche Stadt Hamburg.  

Weitere Informationen zu HiddenCities "HiddenLandshut" sind einsehbar unter: www.hiddencitiesapps.org

Hier geht es zum Download der App für iOS und hier die App für Android

Nachbau des Landshuter Stadtmodells von Jakob Sandtner, 1571 

Theo Linse nach zeicherischen Aufnahmen von Fr. Jos. Weinzierl, Landshut, 1932-1934

Öffnungszeiten

aktuelle keine Ausstellung - wir bauen um!

Di – So  10 – 17 Uhr

24./25./31. Dezember und Faschingsdienstag geschlossen
1. Januar: ab 14 Uhr geöffnet
Ostermontag und Pfingstmontag: geöffnet

Eintritt

Eintritt frei!