Ausstellung im LANDSHUTmuseum
»LANDSHUT IM NATIONALSOZIALISMUS. OPFER. TÄTER. ZUSCHAUER.«
von 10. März 2024 bis 22. Februar 2026 im LANDSHUTmuseum
Begleitend zur Ausstellung fanden Führungen und Workshops, Vorträge, Lesungen, Kunstaktionen, Theateraufführungen, Konzerte und Filmabende in den Museen und an weiteren Orten in und um Landshut statt. Mehr als 20 Kooperationspartnerinnen und -partner haben dazu beigetragen.
Die Ausstellung war zuletzt nur noch in Teilen zu sehen: Das sind die Stationen im Erdgeschoss des LANDSHUTmuseums, die Landshuts NS-Geschichte am Beispiel von Gebäuden in der Innenstadt erläutern. Sie blieben bis zum 22.02.2026 bestehen.
Die Stationen im 1. Obergeschoss wurden nach dem 27. April 2025 abgebaut.
Ihr Team der Museen der Stadt Landshut
Die Ausstellung
In der Nacht vom 9. auf den 10. März 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in Landshut.
Wie reagierten die Einwohner der Stadt? Waren sie Opfer, Täter oder Zuschauer? Wer litt unter den Folgen der NSDiktatur? Wer profitierte davon? Wer leistete Widerstand? Und welche Spuren der NS-Diktatur finden sich bis heute in Landshut?
Auf diese Fragen antwortete die Ausstellung im LANDSHUTmuseum "LANDSHUT IM NATIONALSOZIALISMUS. OPFER. TÄTER. ZUSCHAUER." mit 16 Stationen:
Der Rundgang im Erdgeschoss führt zu Gebäuden in der Landshuter Innenstadt und erläutert ihre Bedeutung während der NS-Diktatur. Im Obergeschoss werden Themen rund um Propaganda, Jugend, Betriebe, Vereine, Widerstand, Kriegsende, Kriegserfahrung und Flucht behandelt. Mit einem Stadtplan, der im LANDSHUTmuseum erhältlich ist, können Sie im Anschluss an den Ausstellungsbesuch die in der Ausstellung erwähnten Orte aufsuchen.
Das Projekt ist unter breiter Beteiligung von Expert/-innen und Bürger/-innen entstanden. Ein Team von neun Autor/-innen verfasste die Erklärtexte: Neben Mitarbeiter/-innen der Museen und des Stadtarchivs wirkten auch externe Fachleute mit. Schüler/-innen von P-Seminaren des Gymnasiums Seligenthal und des Hans-Carossa-Gymnasiums Landshut erstellten jeweils eine eigene Station. Als fachwissenschaftliche Berater waren Wissenschaftler des Instituts für Zeitgeschichte in München bzw. der Dokumentation Obersalzberg eingebunden.
Die grafische Gestaltung der Ausstellung stammt von Bertron Schwarz Frey – Netzwerk für Gestaltung GmbH in Ulm.
Die Schau ist interaktiv und multimedial. Erklärtexte, Fotos, Filme, Dokumente und Objekte führen die historischen Inhalte vor Augen: z.B. eine Silberschale aus geraubtem jüdischen Besitz oder die Taschenuhr eines ermordeten "Euthanasie"- Opfers aus Landshut. Daneben berichten Zeitzeugen an Audio- und Videostationen von ihren Erinnerungen. Eine Animation veranschaulicht Lage und Größe des heute überbauten KZ-Außenlagers in Landshut und ein gezeichneter Kunstfi lm erzählt das Schicksal eines jüdischen Jungen im Holocaust. Fragestellungen spannen den Bogen zum Heute und regen die Besucher/-innen zum Nachdenken und Kommentieren des Gesehenen und Gehörten an. Bei den Themenstationen ist der lokale Bezug entscheidend: Neben Leihgaben aus dem jüdischen Museum Berlin, aus dem Stadtarchiv und Staatsarchiv Landshut, der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung sowie Exponaten aus dem Museumsbestand wurden vor allem Objekte von Sammlern aus der Region und aus Landshuter Privathaushalten in die Ausstellung integriert.
Für private Gruppen, Schulklassen, Studierende sowie Lehrerinnen und Lehrer boten wir Führungen und Workshops an. Außerdem gab es zur Ausstellung ein umfassendes Veranstaltungsprogramm mit öffentlichen Führungen, Exkursionen, Lesungen und Vorträgen.
1 INTERAKTIVE FÜHRUNG DURCH DIE AUSSTELLUNG
Für Erwachsene und Schulklassen (ab 8. Klasse)
Auch für Gruppen und Klassen mit geringen Deutschkenntnissen (sog. Brückenklassen, Integrationskurse etc.) in einfacher Sprache möglich.
Dauer: ca. 45 Min. bis 1 Std.
Kosten: Schulklassen kostenfrei | 50 € für Erwachsenengruppen bis zu 12 Personen | 4 € pro Person bei einer Gruppe ab 13 bis 20 Personen
Ort: LANDSHUTmuseum
2 NATIONALSOZIALISMUS IN LANDSHUT - EINE SPURENSUCHE: FÜHRUNG DURCH AUSSTELLUNG UND STADT
Für Erwachsene und Schulklassen (ab 8. Klasse)
Dauer: 1,5 Stunden
Kosten: Schulklassen kostenfrei | 50 € für Erwachsenengruppen bis zu 12 Personen | 4 € pro Person bei einer Gruppe ab 13 bis 20 Personen
Ort: LANDSHUTmuseum
Katalog
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen mit dem Titel:
»Landshut im Nationalsozialismus. Opfer. Täter. Zuschauer.«
Hrsg. von Doris Danzer (Schriften der Museen der Stadt Landshut, Band 43). Landshut 2024. (ISBN: 978-3-942626-41-5)
Der Katalog ist in Schweizer Broschur gebunden, d.h. Buchteil und Rücken sind voneinander getrennt. So lässt er sich optimal aufschlagen und durchblättern. Er enthält 336 Seiten, farbige Abbildungen und ist zum Preis von 25,00 € erhältlich an den Standorten der Museen der Stadt Landshut:
Heiliggeistkirche, KOENIGmuseum, LANDSHUTmuseum
sowie in der Nikola-Buchhandlung, in der Buchhandlung Dietl, bei Bücher Pustet und Hugendubel in Landshut. Er kann online bestellt werden, per Mail an: Museen(at)Landshut.de
Mitgewirkt haben die Autorinnen und Autoren:
Dr. Doris Danzer, Historikerin, Kuratorin der Ausstellung, Herausgeberin des Katalogs, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Museen der Stadt Landshut
Dr. Moritz Fischer, Historiker, aktuell wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Europäische Geschichte an der Universität Aachen
Linda Kurzweil-Vankova, Kulturwissenschaftlerin, Mitarbeiterin des KOENIGmuseums
Alexander Langkals M.A., Kunsthistoriker, Mitarbeiter des Stadtarchivs
Yvonne Löken, Lehrerin am Hans-Carossa-Gymnasium
Thomas Muggenthaler, ehem. Journalist des Bayerischen Rundfunks, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande (2024)
Gabriella von Nostitz, ehemalige Gymnasiallehrerin, Mitarbeiterin der Museen
Benedikt Schramm, Leiter der Abteilung Kultur der Stadt Landshut, Mitglied im Vorstand des Vereins "Die Förderer", ehem. Lehrer am Gymnasium Seligenthal
Daniel Studener, Dipl.-Ing., Hobbyhistoriker, Experte für Luftkrieg und amerikanische Kriegsgefangene
Dr. Mario Tamme, Historiker, stellv. Leiter des Stadtarchivs
Max Tewes M.A., Historiker, Mitarbeiter der Museen der Stadt Landshut
Josef Wiesmüller, Architekt, Vorstand des Vereins "Freunde der Altstadt", zuständig für das Archiv des Vereins "Die Förderer"
Ein besonderer Dank gilt der Grafikerin des Katalogs:
Petra Hubert, Agentur ph-werbung, Landshut
Ein herzlicher Dank geht auch an die Pinsker Druck und Medien GmbH in Mainburg für die Drucklegung!